Eine Frage der Menschlichkeit – Flüchtlingshilfe in der Verbandsgemeinde Jockgrim

Veröffentlicht am 20.10.2015 in Kommunales

Barbara Schleicher Rothmund

An dieser Stelle war eine rein sachliche Berichterstattung über die Veranstaltung zur Flüchtlingshilfe in der Verbandgemeinde Jockgrim geplant.  Der Einladung von Bernd Weber dem Vorsitzenden der AWO und SPD Gemeindeverbandes Jockgrim waren Verbandsbürgermeister Uwe Schwind, Pfarrer Reinhard Kalker Mitglied des Beirates für Migration und Integration, Ziya Yüksel dem Vorsitzender der AG für Migration und Vielfalt der SPD Südpfalz und die Landtagsabgeordnete Barbara Schleicher-Rothmund gefolgt. Einige aktive Paten waren ebenfalls anwesend. Das AWO-Haus in Jockgrim war sehr gut besucht. Ich könnte über die vielen Fakten, die sich aus den Vorträgen ergeben haben berichten. Aber nach den Eindrücken des Abends ist es mir wichtiger über das unglaubliche Engagement der beteiligten Menschen zu schreiben. Ohne den Einsatz der vielen Paten wäre die Betreuung der ankommenden Menschen gar nicht möglich. Die Paten begleiten die Flüchtlinge zum Beispiel bei Behördengängen oder zur Wörther Tafel. Durch die Paten werden die Menschen in Vereine integriert.  Das Alles machen diese Menschen ehrenamtlich aus reiner Menschlichkeit und opfern viel Freizeit dafür. Getreu nach dem Motto, wer will das Gutes getan wird, muss es selber tun. Sie haben erkannt, dass die augenblickliche Situation nur eines zulässt, ihr Handeln. Eine ganz besondere Erkenntnis des Abends war, dass keiner der Beteiligten bisher Probleme mit den Flüchtlingen hatte. Wie die teilweise sehr negative Berichterstattung in den Medien zu Stande kommt, können sich die Ehrenamtlichen der Verbandgemeinde Jockgrim nicht erklären. Auch von Seiten der Gemeindeverwaltung wird sehr viel getan. Die Unterbringung der Flüchtlinge wird komplett von der Gemeinde organisiert. Bürgermeister Schwind hat in der gut besuchten Veranstaltung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass weiterhin dringend Wohnraum benötigt wird. Barbara Schleicher-Rothmund hat darüber informiert, dass das Land Rheinland-Pfalz schon in den Erstaufnahmestellen versucht den Status der Ankömmlinge zu klären. Menschen die aus sicheren Herkunftsländern kommen sollen so nicht mehr auf die Kommunen verteilt werden.  Es ist aber auch wichtig zu Wissen, dass die Leistungen in den Lagern vor Ort von der UN von 27 Dollar auf 13 Dollar  pro Monat herabgesetzt wurden. Dies hat dazu geführt, dass immer mehr Menschen die Flüchtlingslager verlassen, so Schleicher-Rothmund.  Von Pfarrer Kalker wurde auf die Tätigkeit der Paten eingegangen. Da die Integration der Flüchtlinge von der Verwaltung nicht geleistet werden kann, haben die Paten hier eine ganz besondere Rolle. Im Sprachunterricht der Volkshochschule sind zum  Beispiel neun ehrenamtliche Paten tätig. Jeder der als Pate mithelfen will kann sich beim Beirat für Migration (Tel. 07271 599-176) melden. Oder einfach das Cafe Bunt im evangelische Gemeindehaus (Parkring 10, Jockgrim) jeden ersten Montag im Monat ab 16.00 Uhr besuchen. Auch die Wörther Tafel benötigt dringend Spenden. Die Regale sind dort sprichwörtlich „wie leer gefegt“. Die nächste große Anstrengung wird die Integration in den Arbeitsmarkt sein. Die Hoffnung von Kalker ist, dass sich die Bürokratie unter dem Druck der Ereignisse bewegen wird. Vom Vorsitzenden der AG für Migration und Vielfalt Ziya Yüksel kam der Hinweis, dass wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen müssen. Migration ist ein stetiger Prozess. Nach seiner Aussage darf die Stimmung in Deutschland nicht kippen. Wir alle haben eine gemeinsame Verantwortung.

Markus Kropfreiter

 

 

 
 

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